Alginogele

Wundbehandlung mit Enzym-Alginogelen

Strohal, R.; Assenheimer, B.; Augustin, M.; Hämmerle, G.; Läuchli, S.; Pundt, B.; Stern, G.; Storck, M.; Ulrich, C.

Der Hautarzt, Online-Publikation, 28. September 2016

Expertenkonsens

Hintergrund

Die Herausforderungen der modernen Wundversorgung wie die Behandlung chronischer Wunden oder eine phasengerechte Versorgung sind anspruchsvoll und erfordern optimal angepasste Therapiemaßnahmen. Die Prinzipien der feuchten Wundbehandlung sowie ein adäquates Débridement stehen dabei im Vordergrund. Um diese erforderlichen Maßnahmen zu unterstützen, stehen mehrere Optionen zu Verfügung, u. a. eine neue Produktklasse mit phasenübergreifender Wirkung.

Ziel der Arbeit

Es erfolgt die Vorstellung eines Expertenkonsenses zu einer neuen Behandlungsoption in der modernen Wundversorgung.

Methoden

Auf Basis klinischer Erfahrungen und den Grundlagen publizierter Evidenz wurden aktuelle und neue Prinzipien der Wundbehandlung in einer Expertenrunde diskutiert und als Konsens formuliert.

Ergebnisse

Enzym-Alginogele bestehen aus einer Wirkstoffkombination mit autolytischen, absorbierenden sowie antimikrobiellen Eigenschaften, die 3 Wundmanagementkomponenten des TIME-Konzepts abdecken. Dadurch unterscheiden sie sich von anderen Präparaten und können gemäß Expertenkonsens als eigene Produktklasse klassifiziert werden. Evidenz für die Wirksamkeit der Enzym-Alginogele belegen klinische Studien sowie Erfahrungen aus der klinischen Praxis.

Diskussion

Das Potenzial der Enzym-Alginogele, angewendet unter Berücksichtigung der Prinzipien der feuchten Wundbehandlung, liegt gemäß Expertenmeinung v. a. in der dreifachen Wirkung (kontinuierliches und deutlich vereinfachtes Débridement, Aufrechterhaltung eines feuchten Wundmilieus, antimikrobielle Wirkung ohne Zytotoxizität) sowie der einfachen und flexiblen Anwendung. Zudem birgt die Flexibilität dieser Produktklasse hinsichtlich Anwendungshäufigkeit, Behandlungsdauer und der Kombination mit Sekundärverbandstoffen medizinökonomisches Potenzial.

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Vollständiger, unveränderter Artikel

Wundbettvorbereitung, T.I.M.E. und ein Enzym-Alginogel: Literaturübersicht und die klinische Praxis

R. White, E. Linssen

Wund Management 2016; 10 (2), 87-90

Der ganzheitliche Ansatz der Wundbettvorbereitung zur Wundbeurteilung ist weithin
in die klinische Routinepraxis übernommen worden. Inzwischen wurde das Prinzip der
Wundbettvorbereitung auf das T.I.M.E.-Modell ausgeweitet. Damit wird die klinische
Umsetzung durch die Ergänzung des Beurteilungsverfahrens um spezifische Merkmale
unterstützt. Das T.I.M.E.-Modell gibt dem Arzt Orientierung, indem es sich auf
bestimmte Wundmerkmale konzentriert, so dass der Arzt die notwendigen Prioritäten
setzen und eine entsprechende Behandlung durchführen kann.
Der Begriff Enzym-Alginogele (Flaminal®) wurde von einem internationalen
Expertengremium geprägt. Die Hauptbestandteile von Flaminal – hydratisierte Alginate
und antimikrobielle Enzyme – sind so konzipiert, dass sie eine antimikrobielle
Breitbandwirkung entfalten, Flüssigkeit aufnehmen und das Wundmilieu feucht halten.
Betrachtet man die Bedeutung der einzelnen Buchstaben der Abkürzung T.I.M.E. (T
= Tissue – Gewebe, I = Inflammation – Infektion, M = Moisture – Wundexsudat, E
= Edge – Wundrand), stellt man fest, dass Enzym-Alginogele in allen Aspekten der
Wundbehandlung eine zentrale Rolle spielen.
Enzym-Alginogele sind seit 12 Jahren im Handel erhältlich; in dieser Zeit wurde eine
Reihe klinischer und wissenschaftlicher Studien durchgeführt, die in dem Artikel in
einer Übersicht vorgestellt werden.

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