Detail

[Indikation und praktische Durchführung mikrobiologischer Diagnostik bei Patienten mit chronischen Wunden.]

Kategorie: Mikrobielle Diagnostik
Author: Schwarzkopf A, Dissemond J
Thema: [Indikation und praktische Durchführung mikrobiologischer Diagnostik bei Patienten mit chronischen Wunden.]
Zusammenfassung

Die mikrobiologische Diagnostik wird häufig bei Patienten mit chronischen Wunden durchgeführt. Allerdings ist momentan weder die Indikationsstellung noch die praktische Durchführung vereinheitlicht. Die Tatsache, dass Diagnoseergebnisse möglicherweise stark von der Entnahmetechnik und von der vorangegangenen Wundreinigung beeinflusst sein können, unterstreicht die Notwendigkeit einheitlicher Standards, die es momentan nicht gibt. In Deutschland sind bakterielle Wundabstriche Routine, besonders mit dem Ziel die Wunde auf multiresistente Keime zu überprüfen. In dieser Indikation sollte eine vorherige Wundreinigung vermieden werden. Der Essener Kreisel ist eine schnelle und leicht anwendbare Methode zur Probennahme. Bei klinischem Verdacht auf eine Infektion sollte die Wundreinigung mit steriler Kochsalzlösung (0,9%) und/oder mit sterilem Baumwollgewebe vor einem Wundabstrich durchgeführt werden. Bei chronischen Wunden sind im Allgemeinen keine Diagnosebiopsien notwendig, sie können aber sinnvoll bei einer vermuteten Wundinfektion sein, vor allem bei Patienten mit tiefen Ulcera, bei diabetischem Fußsyndrom, bei einer schweren Weichgewebsinfektion oder Fisteln. Darüber hinaus sind Biopsien unverzichtbar beim mikrobiologischen Nachweis bestimmter Erreger wie Mykobakterien, Leishmania, Aktinomyceten, Nocardia ssp. oder Schimmelpilzen.

Quelle: J Dtsch Dermatol Ges 13: 203-210, 2015